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Madagaskar by bike:Übernachten beim Dorfältesten, dem ´Président du fokotany´ Vor uns liegt eine schier endlose Kette kahler Hügel. Nur wo sich etwas Regenwasser sammelt, stehen vereinzelte Wandererpalmen, die ihre Wedel wie aufgeklappte Fächer in den Himmel recken. Wo sind der dichte Wald, die satten Kaffeeplantagen, die grünen Bananenstauden? Lange Zeit begegnet uns keine Menschenseele. In einem kleinen Dorf entlang der Straße bleiben wir über Nacht. Unzählige Kinderhände helfen uns, die Räder zur Hütte des "président du village" zu schieben, der uns herzlich willkommen heißt. Auf dem Versammlungsplatz im Dorfzentrum sollen wir unser Zelt aufbauen. Gebannt beobachten die Kinder alles, was unsere Satteltaschen verläßt: ein Benzinkocher, ein Wasserfilter und selbst die speckige Landkarte sorgt für Faszination. Am 14. Tag unserer Reise, erreichen wir die Stadtgrenze von Manakara. Wo die alten Häuser der Kaserne und ein Hochwassertank von den längst vergangenen Tagen der Kolonialzeit zeugen, empfängt uns das Militär mit einer Straßensperre. Sehr viel Vertrauen scheinen unsere zerknitterten und verschwitzten Reisepaßkopien nicht zu erwecken. Dennoch drücken die zwei Soldaten beide Augen zu und lassen uns weiterfahren. Bei Regen wirkt der Küstenstreifen am indischen Ozean bedrohlich. Keines der sonst so zahlreichen Boote ist zu sehen. Der Sturm peitscht durch die Palmen am Strand. Ungeduldig warten wir am Bahnhof auf die Abfahrt nach Fianar oder nur darauf, daß endlich irgend etwas passiert. Trotzig aber widersetzt sich die Bahnhofsuhr dem Zeitlauf und bleibt beharrlich auf 6 Uhr 37 stehen. Einen der Mitreisenden erkennen wir wieder. Unter seinen Füßen steht die rote Tasche, in die er gestern stapelweise Geldscheine verstaut hat. Denn die Inflation läßt Vermögen hier zum schwerwiegenden Problem werden, während der Wert der einzelnen Scheine sich mehr und mehr verflüchtigt. |
