Reisebericht

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Madagaskar by bike:

Mit der Segelpiroge zur wunderbaren Unterwasserwelt der Korallen.

Die Kinder entdecken uns sofort. "Io Anakao io?". Sie nicken und lachen. Was hätte es auch sonst sein sollen. Das kleine Dorf ist für sie die Welt. Hier gehen sie zur Schule, helfen den Männern die großen Schleppnetze aus dem Meer zu ziehen oder führen einfach nur kleine weiße Krebse an einer Schnur spazieren. Ganz selten kommen Touristen in den Safari-Vezo Club. "Die wollen hier nur tauchen", erklärt uns André, der Epiceriebesitzer. Die Regale seines Ladens sind leer: ein paar Dosen Tomatenmark, selbstgebackene Kekse, Bonbons, Cola und Bier sind die einzigen Waren. Die Schatzkammer der Vezo ist das Meer. Schon immer waren sie die Herren der Seefahrt. Stolz zeigt uns André sein Boot und die Tauchausrüstung. "Ihr müßt das auch sehen", sagt er während er auf eine kleine vorgelagerte Insel deutet. "Es ist sehr, sehr schön dort." Dann hißt er ein quadratisches Leinensegel, um uns mit seinem Auslegerboot aufs Riff zu fahren.

Mit Schnorchel und Taucherbrille springen wir ins türkisgüne Wasser und versinken in eine andere Welt. Korallen "blühen" in den prächtigsten Farben, tausende bunter Fische umschwimmen uns. Blitzschnell hat André mit seiner Harpune einen Papageienfisch erlegt, den er am Strand von Nosy Ve, der kleinen Insel, grillt.

"Früher gab es hier große Vögel", erzählt er "aber dann kamen Männer und haben sie getötet. Deshalb ist es ein Fady, hier zu übernachten." "Was für Vögel?" wollen wir wissen, doch André zuckt mit den Achseln. Sollte es auf Nosy Ve den berühmten Vogel Rock gegeben haben? Wer waren die Männer? Piraten, die später in St. Augustin ihre Siedlung gründeten? Wir suchen nach Resten der Baracken, aber außer Muscheln und den Bruchstücken roter Korallen findet sich auf dem schneeweißen Sand nichts. Auch von der französischen Handelsstation, die hier bis vor 100 Jahren existierte, ist nicht die leiseste Spur zu entdecken.


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